Motorrad TÜV-Kosten & Checkliste

Wie bei allen Fahrzeugen, die auf der öffentlichen Straße zum Einsatz kommen sollen, muss auch beim Motorrad auf den richtigen TÜV geachtet werden. Hierzu gehören beispielsweise die Kosten, Aufgaben und Verpflichtungen, welcher auf die Fahrer zukommen, als auch Aspekte die beim TÜV regelmäßig beachtet werden müssen. Hier im Text sollen dabei alle wichtigen Fragen bezüglich dieser Prüfung für das Motorrad geklärt werden.

Was kostet der Motorrad TÜV?

In der Regel kann man hier mit einem vergleichsweise guten Preis rechnen, der sich jedoch leicht je nach Bundesland bzw. TÜV-Stelle unterscheiden kann. Die Hauptuntersuchung (HU) bei einem Motorrad kostet dabei im Durchschnitt 65 bis 75 Euro. Neben der Hauptuntersuchung muss auch noch eine Abgasuntersuchung (AU) durchgeführt werden. Hierbei kann man mit Preisen zwischen 25 und 55 Euro rechnen.

Motorrad TÜV Kosten (inkl. AU)
TÜV-Südca. 68 €
TÜV-Nordca. 73 €
GTÜca. 73 €

Diese Preise höheren sich vielleicht zuerst einmal vergleichsweise hoch an. Wenn man sich jedoch dabei vor Augen führt, welche Leistungen bei dem TÜV geboten werden, und wie wichtig dies für die Verkehrssicherheit ist, dann wird schnell klar, dass sich die Gebühren auf jeden Fall lohnen. Außerdem sollte immer noch beachtet werden, dass es zu einer Bußgeldstrafe kommen kann, wenn man bei der Verkehrskontrolle keinen aktiven TÜV nachweisen kann.

Wo kann ich den TÜV machen lassen?

Es gibt verschiedene Anlaufstellen in Deutschland, die besucht werden können, um die TÜV-Untersuchung machen zu lassen. Hierzu gehören neben den ganzen offiziellen und vor allem staatlich anerkannten Prüfstationen des TÜVs, auch noch die folgenden Stellen von:

– DEKRA
– KÜS
– GTÜ

Hier ist sichergestellt, dass erfahrene Prüfer die Untersuchungen durchführen, und somit auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Motorräder weiterhin verkehrstauglich und sicher bleiben.

Wer keine solche unabhängige Prüferstelle in seiner Nähe haben sollte, bzw. hier keinen Termin bekommt, kann auch den TÜV in den meisten Werkstätten machen lassen. Hier wird die Prüfung dann von einem unabhängigen Prüfer durchgeführt, der ebenfalls weiß, auf was zu achten ist. Der Vorteil in diesem Fall ist zuerst einmal, dass man sich natürlich viel Arbeit und Zeit sparen kann, wenn man den TÜV in seiner bekannten Werkstatt durchführt. Weiterhin ist es hier natürlich auch möglich von den Werkstätten, die verschiedenen Mängel, die beim TÜV entdeckt wurden, direkt beheben zu lassen.

Wichtig zu wissen ist noch, dass man bei der Hauptuntersuchung die folgenden Unterlagen mitbringen muss:

– Fahrzeugschein oder Zulassungsbescheinigung Teil I
– Prüfzeugnisse / Anbaubestätigungen für Tuningteile
– Ersten Untersuchungsbericht, wenn man Nachuntersuchung macht

Dies wird einem aber auch noch mal vorher mitgeteilt, um wirklich nichts Wichtiges für die Hauptuntersuchung zu vergessen und diese so schnell wie möglich abschließen zu können.

Wie oft muss ich zum TÜV & HU?

Zuerst einmal sollte diesbezüglich beachtet werden, ob man sich ein neues Motorrad oder auch ein gebrauchtes Modell gekauft hat. Neue Motorräder werden entsprechend vor der ersten Anmeldung einmal geprüft, und müssen dementsprechend nicht sofort zum TÜV. Folglich ist es bei neuen Modellen erst nach 24 Monaten notwendig, diese zum TÜV zu bringen und hier die HU durchführen zu lassen. Dies spart natürlich sehr viel Zeit und auch Arbeit, wenn man sich ein neues Motorrad gekauft hat.

Sollte man hingegen ein gebrauchtes Modell erwerben, oder das jeweilige Motorrad schon länger nutzen, ist es nötig, dieses alle 2 Jahre beim TÜV prüfen zu lassen. Diesbezüglich gibt es keine Unterschiede gegen über PKWs, welche im gleichen Abstand geprüft werden müssen. Auf diese Weise ist es dann möglich, die Fahrtauglichkeit und Verkehrssicherheit der Motorräder in regelmäßigen Abständen zu garantieren.

Welche fristen sind bei der HU zu beachten?

Bei den Fristen kommt es vor allem auf den Hubraum (ccm) der jeweiligen Motorräder darauf an. Sollte man ein Motorrad verwenden, was einen Hubraum mit mehrals 50 Kubikzentimeter aufweist, dann ist es nötig, dieses alle 24 Monate (2 Jahre) zur Hauptuntersuchung zu bringen. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Quads und Trikes. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass eine Strafe bzw. ein Bußgeld fällig wird, je länger man diese Frist von 24 Monaten überschreitet.

Ebenfalls noch wichtig zu wissen ist, dass Mofas und Roller, welche weniger als 50 ccm an Hubraum aufweisen, nicht zur Hauptuntersuchung bzw. zum TÜV müssen. Hierbei gibt es aber in der EU schon entsprechende Pläne dies zu ändern, da natürlich auch diese Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind und dementsprechend sicher sein sollten.

Was passiert, wenn der TÜV abläuft?

Interessant ist sicherlich noch bei den Preisen zu wissen, dass es 15 bis 65 Euro Bußgeld kosten kann, wenn man bei einer Verkehrskontrolle angehalten wird und das Motorrad einen abgelaufenen TÜV aufweist. Hinzu kommt auch noch ein Punkt in Flensburg. Genauso sollte aber auch noch benannt werden, dass es für die Motorradbesitzer teurer werden kann, wenn der Termin für den TÜV mehr als zwei Monate überzogen wird. In diesem Fall stellen die Prüfer dann eine 20 % höherer Rechnung, welche durch den größeren Aufwand bei der Prüfung begründet wird.

Zeitraum (überzogen)Bußgeld
2 – 4 Monate15 €
4 – 8 Monate25 €
mehr als 8 Monate60 € und 1 Punkt in Flensburg

Um dies entsprechend zu vermeiden, sollte man immer ausreichend früh den TÜV besuchen, und hier die Hauptuntersuchung bzw. die Abgasuntersuchung durchführen lassen. Hierbei sieht man sowohl in den Papieren für das Motorrad, als auch auf dem Nummernschild, wann die nächste Prüfung fällig wird. Somit sollte es entsprechend einfach sein, diese nicht zu verpassen.

Darauf achtet der TÜV besonders

Da der TÜV die Verkehrssicherheit von den jeweiligen Motorrädern kontrollieren und auch gewährleisten soll, kann man hier mit einer umfangreichen Prüfung rechnen. Natürlich gibt es dabei einige Punkte, die besonders streng kontrolliert werden. Dementsprechend sinnvoll ist es, vor der Prüfung darauf zu achten, dass diese Aspekte auch den Vorgaben erfüllen. Zu den besonders wichtigen Aspekten bei dem TÜV gehören:

– Sichtkontrolle des Motorrads, um grobe Mängel zu erkennen
– Kontrolle der Scheinwerfer, der Windschutzscheibe und des Außenspiegels
– Kontrolle der Tiefe von den Reifenprofilen und der Felgen
– Sind alle Kennzeichen und Typschilder sicher und lesbar angebracht
– Funktionieren der Tacho und das Lenkradschloss ohne Probleme
– Kontrolle der kompletten Bremsanlage und der Bremskraft
– Stimmen die Fahrzeugpapiere mit angebrachten Bauteilen überein

Wenn man diese Punkte beachtet bzw. sich entsprechend auf die Prüfung vorbereitet, sollte diese kein Problem darstellen. Ansonsten kann man natürlich auch einer Werkstatt überlassen, dass Motorrad für den TÜV vorzubereiten, sodass dieses auf jeden Fall die Prüfung besteht.

Häufig gestellte Fragen

Ist es erlaubt das Motorradheck zu kürzen?

Generell ist es erlaubt, jedoch müssen gewisse bestimmungen eingehalten werden wie z.B.: richtiger Winkel des Kennzeichens und genügend Abstand zwischen den Blinkern.

Wann benötige ich eine Vollabnahme?

Wenn dein Motorrad keine EG-Typengenehmigung hat.

Ist die Abgasuntersuchung Pflicht?

Ja, seit 2006 ist diese Pflicht!

Welche Unterlagen benötige zum TÜV?

Zulassungsbescheinigung Teil 1 und Nachweis über Änderungen (ABE, Reifenfreigabe etc.)

Komme ich mit abgefahrenen Reifen durch den TÜV?

Nein, es wird eine Profilmindesttiefe benötigt.

Wie lange dauert eine Hauptuntersuchung?

Wenn das Motorrad von der Stange ist, dauert die Hauptuntersuchung in der Regel ca. 30 Minuten.

Was kostet die Motorrad-Hauptuntersuchung?

Die HU + AU kostet ca. 70 €

Was tun, wenn der TÜV / HU nicht bestanden wurde?

Zuerst einmal ist hierbei natürlich zu beachten, dass man das jeweilige Motorrad, solange nicht im Straßenverkehr verwenden darf, bis der TÜV beziehungsweise die HU bestanden wurde. Sollte man das Motorrad dennoch weiterhin im Straßenverkehr verwenden, muss man mit einer entsprechenden Geldstrafe und Punkten in Flensburg rechnen. Interessant zu wissen ist, dass der Versicherungsschutz des Motorrads nicht verfällt, wenn man ohne gültigen TÜV im Straßenverkehr unterwegs ist.. Die Versicherung prüft dann den Unfall aber auf grobe Fahrlässigkeit, wobei das Fahren ohne TÜV schon als leichte Fahrlässigkeit ausgelegt werden kann.

In der Regel bekommt man von dem Prüfer eine genaue Liste mit Mängeln, die dann nach der ersten Untersuchung behoben werden müssen, damit das Motorrad den TÜV besteht. Anschließend kann man sich dann darum kümmern, diese Mängel zu verbessern. Dies ist natürlich in eigene Regie möglich, einfacher ist es meist jedoch, die Mängel von einer Werkstatt beheben zu lassen. Nach einer Frist von einigen Wochen kann dann die TÜV Prüfung nachgeholt werden. Wichtig zu beachten ist, dass man hierbei noch mal mit Kosten zwischen 15 und 30 Euro rechnen muss.

Sollten dann auch bei dieser Prüfung die entsprechenden Mängel nicht korrekt behoben worden sein, kann man die Nachprüfung wiederum nach vier Wochen wiederholen. Hierbei sollte man, aber wenn möglich, nicht zu oft durch den TÜV fallen, da dies nicht nur hohe Kosten verursacht, sondern auch einen schlechten Eindruck hinterlässt.

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