2024 KTM RC 125 und RC 390: Farbenfroher Neustart

KTM positioniert sich im Supersport-Segment seit Jahren mit der RC-Baureihe als einer der wichtigsten Anbieter im A1- und A2-Lizenzbereich. Die Kombination aus sportlichem Design, fahrwerksbetonter Auslegung und kompakter Bauweise macht die RC-Modelle zu einer klaren Option für Fahrer, die Supersport-Ästhetik suchen, ohne auf die Führerscheinrestriktionen achten zu müssen. Für das Modelljahr 2024 beschränkt sich KTM bei der RC 125 und RC 390 auf eine Aktualisierung der Farbpalette — die Technik bleibt im Wesentlichen unverändert.

Farben für 2024

Beide Modelle erscheinen 2024 in zwei neuen Farbkombinationen. Die RC 390 ist in „KTM Orange“ und „Dark Galvano“ erhältlich, die RC 125 in „KTM Orange“ und „Atlantic Blue“. An der Farbgebung erkennt man die Strategie von KTM: Orange bleibt das Markenzeichen, dunkle Farbtöne sprechen Fahrer an, die ein dezenteres Erscheinungsbild bevorzugen.

Technische Daten im Überblick

SpezifikationKTM RC 390KTM RC 125
MotorEinzelzylinder, 4-Takt, DOHCEinzelzylinder, 4-Takt, DOHC
Hubraum373,2 ccm124,7 ccm
Leistung32 kW (44 PS) bei 9.000 U/min11 kW (15 PS) bei 10.500 U/min
Drehmoment37 Nm bei 7.000 U/min12 Nm bei 8.000 U/min
Getriebe6-Gang6-Gang
Bremsen vorne320 mm Scheibe, ByBre 4-Kolben320 mm Scheibe, ByBre 4-Kolben
Bremsen hinten230 mm Scheibe, ByBre 1-Kolben230 mm Scheibe, ByBre 1-Kolben
Federweg vorne142 mm (USD Gabel)142 mm (USD Gabel)
Federweg hinten150 mm150 mm
Gewicht fahrfertig164 kg152 kg
Tankinhalt13,7 Liter13,7 Liter
Sitzhöhe832 mm832 mm
ABSBosch 9.1 MB (Supermoto-Modus abschaltbar)Bosch 9.1 MB
FührerscheinA2A1 / B196

Beide Modelle teilen die gleiche Grundarchitektur. Die identische Sitzhöhe von 832 mm ist für viele Fahrer eine Herausforderung, insbesondere für Personen unter 1,75 m. Der lange Federweg von 142 mm vorne und 150 mm hinten ist für eine Supersport-Optik ungewöhnlich groß — das ist Ergebnis der von KTM verwendeten Duke/Freeride-Plattform.

KTM RC 390: Der Einstieg in die Mittelklasse

Die RC 390 richtet sich an Fahrer mit A2-Führerschein, die ein sportliches Motorrad suchen. Mit 44 PS nutzt sie das A2-Limit fast voll aus und bietet auf der Landstraße wie auf der Autobahn ausreichend Leistung. Die 373 ccm sind durch die einzelzylindrische Bauart kompakt und leicht — die fahrfertige Masse von 164 kg ist für die Klasse ordentlich.

Stärken

  • Leistungsgewicht: Mit knapp 3,7 kg/PS beschleunigt die RC 390 ordentlich und reicht an die A2-Konkurrenz heran.
  • Bremsanlage: Die 320 mm ByBre-Bremse vorne bietet für die Leistungsklasse guten Halt.
  • Wendigkeit: Der kurze Radstand und die schmale Bauweise machen die RC 390 im Stadtverkehr und auf kurvigen Landstraßen agil.
  • Supermoto-ABS: Hinterrad-ABS ist abschaltbar, was auf der Rennstrecke relevant ist.
  • Geringe Unterhaltskosten: Der Einzelzylinder ist einfach aufgebaut, Verbrauch und Wartung sind günstig.

Schwächen

  • Einzelzylinder-Vibrationen: Der 373-ccm-Einzylinder vibriert bei höheren Drehzahlen spürbar. Langstreckenkomfort ist nicht die Stärke.
  • Verarbeitungsqualität: KTM verbaut teilweise Zulieferteile mit durchwachsener Haltbarkeit. Chromteile neigen bei manchen Fahrzeugen zu Rost.
  • Sitzposition: Die Kombination aus sportlicher Haltung und langem Federweg ergibt eine seltsame Ergonomie — weder echter Supersportler noch Naked Bike.
  • Motorgeräusch: Der Einzelzylinder klingt rau und wenig ansprechend.

KTM RC 125: Für Anfänger und A1-Piloten

Die RC 125 ist das Einstiegsmodell der RC-Baureihe und mit 15 PS auf das A1-Limit sowie die B196-Auto-Führerscheinerweiterung beschränkt. Sie richtet sich an Fahranfänger, Wiedereinsteiger und Fahrer, die sich im Stadtverkehr und auf Landstraßen bewegen. Mit 152 kg fahrfertig ist sie leicht genug, um sich sicher fortzubewegen.

Stärken

  • Gewicht: 152 kg machen die RC 125 zu einem der leichtesten Supersportler in dieser Klasse — wichtig für Anfänger.
  • Fahrwerksqualität: Die USD-Gabel und das Monoshock-Federbein stammen vom größeren Modell und bieten für die Leistungsklasse viel Reserve.
  • Design: Die RC 125 sieht aus wie ein „echtes“ Motorrad, nicht wie ein Moped. Das ist für viele Anfänger ein wichtiges Kaufargument.
  • Verbrauch: Unter 3 Liter/100 km sind bei vernünftiger Fahrweise möglich.

Schwächen

  • Leistung: 15 PS reichen für Stadt und Landstraße, auf der Autobahn geht aber nichts mehr. Überholmanöver erfordern Planung.
  • Resonanzanfälligkeit: Der kleine Motor muss bei jeder Beschleunigung hochgedreht werden, was auf Dauer anstrengend sein kann.
  • Abgasanlage: Die serienmäßige Abgasanlage ist laut und dröhnend.
  • Preis-Leistung: Für 15 PS ist der Neupreis happig. Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es deutlich günstigere Alternativen.

Vergleich mit der Konkurrenz

KTM RC 390 vs. Yamaha R3 und Kawasaki Ninja 400

KriteriumKTM RC 390Yamaha R3Kawasaki Ninja 400
Motor373 ccm, 1 Zyl., 44 PS321 ccm, 2 Zyl., 42 PS399 ccm, 2 Zyl., 45 PS
Gewicht164 kg169 kg168 kg
Preis (ca.)6.499 EUR6.299 EUR6.599 EUR
MotorcharakterRau, drehfreudigGlatt, hochdrehendKraftvoll, linear
AutobahnEingeschränktBefriedigendGut
QualitätseindruckMittelHochHoch

Die Yamaha R3 überzeugt durch ihren laufruhigen Zweizylinder und die höhere Verarbeitungsqualität. Die Kawasaki Ninja 400 bietet das stärkste Drehmoment und die beste Autobahntauglichkeit der drei. Die KTM RC 390 punktet mit kantigem Design und abschaltbarem Hinterrad-ABS, aber der Einzelzylinder ist auf Langstrecken die schwächste Wahl.

KTM RC 125 vs. Yamaha R125 und KTM Duke 125

KriteriumKTM RC 125Yamaha R125KTM Duke 125
Motor125 ccm, 1 Zyl., 15 PS125 ccm, 1 Zyl., 15 PS125 ccm, 1 Zyl., 15 PS
Gewicht152 kg140 kg139 kg
Preis (ca.)5.399 EUR5.250 EUR5.299 EUR
EinsatzgebietSportlich, LandstraßeSportlich, StadtUrban, Allround
DesignVollverkleidetVollverkleidetNaked Bike

Die Yamaha R125 ist leichter und günstiger und bietet eine ausgereifte Technik. Die KTM Duke 125 teilt sich die Plattform mit der RC 125, ist aber als Naked Bike im Stadtverkehr handlicher und komfortabler. Die RC 125 rechtfertigt sich primär über das sportliche Aussehen.

Für wen eignet sich welches Modell?

KTM RC 390 eignet sich für A2-Fahrer, die ein sportlich aussehendes Motorrad mit ausreichender Leistung für Landstraßen und gelegentliche Autobahnfahrten suchen. Wer Wert auf geringe Unterhaltskosten legt und bereit ist, Vibrationen und einen rauen Motor in Kauf zu nehmen, findet hier eine passende Maschine. Weniger geeignet ist die RC 390 für Pendler mit langen Autobahnstrecken und Fahrer, die Laufruhe priorisieren.

KTM RC 125 eignet sich für Fahranfänger und A1-Piloten, die den Supersport-Look wollen und hauptsächlich im Stadtverkehr und auf Landstraßen unterwegs sind. Wer regelmäßig Autobahn fährt oder auf dem Budget ist, sollte sich auch die Duke 125 oder den Gebrauchtmarkt ansehen.

Preis und Verfügbarkeit

Die unverbindliche Preisempfehlung für die KTM RC 390 liegt bei ca. 6.499 EUR, für die RC 125 bei ca. 5.399 EUR. Beide Modelle sind bei KTM-Händlern ab sofort bestellbar. Die Farbaktualisierung gilt für das Modelljahr 2024.

Fazit

Die KTM RC 125 und RC 390 für 2024 sind im Kern bekannte Motorräder in neuem Gewand. Die Farbaktualisierung bringt frischen Wind, ändert aber nichts an den Stärken und Schwächen der Baureihe. Die RC 390 bleibt eine kantenige, drehfreudige A2-Maschine mit ehrlichem Fahrwerk, aber auch spürbaren Einzylinder-Nachteilen bei Komfort und Laufruhe. Die RC 125 überzeugt durch ihr Sport-Design und das geringe Gewicht, zeigt aber auf der Autobahn ihre Grenzen.

Fahrer, die Wert auf Laufruhe und Langstreckenkomfort legen, sind bei Yamaha (R3, R125) oder Kawasaki (Ninja 400) besser aufgehoben. Wer das kantige KTM-Design und das fahrwerksbetonte Setup schätzt, findet in der RC-Baureihe ein solides Angebot — solange man die Eigenheiten des Einzylinders akzeptiert.

KTM RC 2024 Front neue Farben
Front neue Farben
2024 KTM RC RANGE
2024 KTM RC RANGE

Quelle: KTM Press

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Dominik Woh
Dominik Woh

Dominik ist Motorrad-Enthusiast, IT-Administrator und Technik-Experte. Seit über 10 Jahren fährt er Motorrad — von alpinen Passstraßen bis zu ausgedehnten Reiseabenteuern in Europa. Auf Alpen Motorrad teilt er seine Erfahrung aus erster Hand: Echte Tests, ehrliche Vergleiche und praktische Tipps. Sein technischer Hintergrund als Software Engineer hilft ihm dabei, Gadgets und Ausrüstung tiefgehend zu verstehen.

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