
Yamaha Tenere 700 Explorer 2024: Die Reise-Enduro für Fernweh-Fahrer
Die Yamaha Tenere 700 hat seit ihrer Markteinführung 2019 die Klasse der mittelgroßen Reise-Enduros massgeblich gepraegt. Mit dem bewaehrten CP2-Zweizylinder aus der MT-07 kombiniert Yamaha Enduro-DNA mit moderner Motorentechnik. Fuer das Modelljahr 2024 erweitert Yamaha die Baureihe um die Explorer-Variante — eine auf Fernreisen und Ueberlandtouren optimierte Version, die direkt ab Werk mit der Ausstattung ausgestattet ist, die sich viele Tenere-Fahrer sonst nachruesten lassen.


Technische Daten im Überblick
| Kennzeichen | Yamaha Tenere 700 Explorer 2024 |
|---|---|
| Motor | 689cc CP2-Reihenzweizylinder, wassergekühlt |
| Leistung | 73 PS (54 kW) bei 8.750 U/min |
| Drehmoment | 68 Nm bei 6.500 U/min |
| Getriebe | 6-Gang, Quickshifter (Blipper) serienmäßig |
| Antrieb | Kette |
| Rahmen | Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen |
| Federung vorne | USD-Teleskopgabel, 43 mm, 240 mm Federweg |
| Federung hinten | Federbein, Linkage, 220 mm Federweg |
| Bremsen vorne | 2 x 282 mm Scheiben, 4-Kolben |
| Bremsen hinten | 245 mm Scheibe, 1-Kolben |
| ABS | Zweikanal-ABS, abschaltbar |
| Bereifung vorne | 90/90-21 Zoll |
| Bereifung hinten | 150/70-18 Zoll |
| Sitzhöhe | 860 mm (Standard: 875 mm) |
| Tankinhalt | 16 Liter |
| Gewicht vollgetankt | ca. 270 kg |
Explorer vs. Standard Tenere 700: Was unterscheidet die Varianten?
- Sitzhöhe: 860 mm statt 875 mm — bessere Erreichbarkeit für kleinere Fahrer
- Windschild: Vergrößertes und höheres Windschild fuer besseren Wetterschutz auf Langstrecken
- Seitenkoffertraeger: Serienmäßige Koffertraeger, sofort einsatzbereit
- Quickshifter: Blipper-Funktion fuer ruckelfreies Hoch- und Herunterschalten
- Fahrwerksabstimmung: Auf Tourenlast abgestimmte Federeinstellung und Daempfung
- Handprotektoren: Serienmäßig verbaut
Wer plante, eine Standard-Tenere 700 mit Koffertraegern, Quickshifter und Windschild aufzuruesten, kommt bei der Explorer in der Summe guenstiger und spart sich den Montageaufwand.
Design und Ergonomie
Die Tenere 700 Explorer traegt das markante, kantige Design der Baureihe fort. Die Doppelscheinwerfer in LED-Technik mit ihrem charakteristischen X-Motiv praegen die Frontpartie. Ergonomisch positioniert Yamaha den Fahrer aufrecht und zentral auf dem Motorrad. Die breite und bequeme Sitzbank bietet auch ueber mehrere Stunden hinweg ausreichenden Komfort. Das LCD-Cockpit ist gut ablesbar und zeigt Ganganzeige, Kraftstoffverbrauch und Tripcomputer. Der Winddruck wird durch das vergroesserte Windschild der Explorer-Variante spuerbar reduziert.
Zielgruppe: Fuer wen ist die Tenere 700 Explorer?
- Reise-Enduro-Fahrer, die Asphaltrouten mit unbefestigten Strassen und Forstwegen kombinieren
- Overlander und Fernreisende, die ein belastbares, wartungsarmes Motorrad fuer monatelange Touren suchen
- Zweibruecken-Fahrer, die mit Beifahrer und Gepaeck unterwegs sind
- Fahrer unter 1,80 m, die bei der Standard-Tenere mit 875 mm Sitzhöhe Schwierigkeiten haben
- Alltags-Enduristen, die ein Motorrad fuer den Arbeitsweg und das Wochenende suchen
Vergleich mit der Konkurrenz
| Modell | Hubraum | Leistung | Gewicht | ABS abschaltbar | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Yamaha Tenere 700 Explorer | 689 cc | 73 PS | ~270 kg | Ja | 12.799 EUR |
| KTM 790 Adventure | 799 cc | 95 PS | ~258 kg | Ja | 11.999 EUR |
| KTM 890 Adventure R | 889 cc | 105 PS | ~258 kg | Ja | 14.499 EUR |
| Honda CRF 1100L Africa Twin | 1.084 cc | 102 PS | ~260 kg | Ja | 15.499 EUR |
| Suzuki V-Strom 650 XT | 645 cc | 71 PS | ~260 kg | Ja | 9.399 EUR |
Gegenueber der KTM 790/890 Adventure bietet die Yamaha weniger Motorleistung, dafuer einen durchzugsstaerkere und linearen Zweizylinder, der im Gelaende einfacher zu kontrollieren ist. Die Africa Twin steht in einer hoeheren Leistungsklasse, ist dafuer physisch groesser und schwerer. Die Suzuki V-Strom 650 XT ist leistungsseitig vergleichbar, kommt aber ohne den radikalen Offroad-Fokus der Yamaha aus.
Stärken und Schwächen
Stärken
- Kompakter, drehmomentstarker CP2-Motor mit gutem Drehmomentverlauf
- Geringes Fahrzeuggewicht fuer die Klasse, handlich im Gelaende
- Explorer-Ausstattung ab Werk — keine teure Nachruestung noetig
- Abschaltbares ABS fuer Gelaendeeinsatz
- Robuster und wartungsarmer Antriebsstrang
- Aktiver Gebrauchtmarkt mit guten Teileangebot
- Reduzierte Sitzhöhe (860 mm) fuer bessere Erreichbarkeit
Schwächen
- 16-Liter-Tank ist fuer Fernreisen ohne Extra-Kanister begrenzt
- Kein Ride-by-Wire und keine Fahrmodi
- Kein 6-Achsen-IMU, daher kein Kurven-ABS oder Antriebsschlupfregelung
- Keine elektronische Fahrwerksanpassung
- Koffertraeger sind auf asymmetrische Yamaha-Koffer begrenzt
Preis und Verfügbarkeit
Die Yamaha Tenere 700 Explorer 2024 ist bei deutschen Yamaha-Haendlern verfuegbar. Der Listenpreis liegt bei etwa 12.799 EUR. Gegenueber der Standard-Tenere 700 (ab ca. 11.499 EUR) schlaegt die Explorer-Variante mit einem Aufpreis von rund 1.300 EUR zu Buche — ein Preis, der die Einzelkosten fuer Quickshifter, Windschild und Koffertraeger bei Weitem unterschreitet. Yamaha hat die Produktion der Baureihe nach Europa verlagert, was die Lieferzeiten stabilisiert hat.
Fazit
Die Yamaha Tenere 700 Explorer 2024 ist eine konsequente Antwort auf die Beduerfnisse von Fernreisenden, die das bewaehrte Grundkonzept direkt ab Werk tourentauglich konfiguriert haben wollen. Der CP2-Motor bleibt ein starker Partner — drehmomentstark, linear und im Gelaende gut kontrollierbar. Die Explorer-Ausstattung spart Geld und Zeit gegenueber der Nachruestung und macht das Motorrad sofort einsatzbereit fuer Ueberlandtouren.
Wo die Yamaha punktet — Handlichkeit, Robustheit, klarer Fokus –, zeigt sich auch ihre Begrenzung. Wer elektronische Fahrassistenzen, Ride-by-Wire oder groesseren Tank sucht, findet bei der Konkurrenz mehr Funktionen. Fuer Fahrer, die auf Einfachheit, mechanische Zuverlaessigkeit und ein puristisches Fahrgefuehl setzen, ist die Tenere 700 Explorer jedoch eine der ueberzeugendsten Optionen in der Mittelklasse-Reise-Enduro.
Quellen
- „Yamaha Tenere 700 Explore 2024“ auf 1000ps.de
- „Yamaha Tenere 700 Explore 2024“ auf motorcycles.news


