VELIMOTOR VMX10S: Das elektrische Motorrad für Abenteuer und Touren

VELIMOTOR VMX10S im Überblick

Die Nachfrage nach elektrischen Zweirädern wächst kontinuierlich, doch das Angebot im Adventure-Segment bleibt überschaubar. Velimotor, ein österreichischer Hersteller von elektrischen Motorrädern und E-Bikes, positioniert sich genau in dieser Lücke. Die VELIMOTOR VMX10S ist als elektrisches Adventure-Motorrad konzipiert, das sich sowohl im städtischen Pendleralltag als auch auf Ausflugsfahrten abseits befestigter Straßen behaupten soll.

Technische Daten

ParameterWert
Motor10 kW Nabenmotor (Hinterrad)
Leistung10 kW (13,6 PS) Spitzenleistung
Akku72 V / 3,5 kWh Lithium-Ionen
Reichweiteca. 120 km (WMTC)
Höchstgeschwindigkeit110 km/h
Leergewichtca. 95 kg
BremsenScheibenbremsen vorne und hinten
GabelUpside-Down Teleskopgabel
Vorderrad21 Zoll
FührerscheinA1 (ab 16 Jahren)
Preisca. 6.500 Euro

Motor und Leistung

Das Herzstück der VMX10S ist ein 10 kW bürstenloser Nabenmotor im Hinterrad. Die 13,6 PS Spitzenleistung reichen aus, um das knapp 95 Kilogramm leichte Motorrad auf 110 km/h zu beschleunigen. Der elektrische Nabenantrieb bietet den Vorteil einer direkten, wartungsarmen Kraftübertragung ohne Kette. Das Drehmoment steht ab dem ersten Umdrehungspunkt voll zur Verfügung, was sich beim Anfahren an Ampeln und in steilem Gelände positiv bemerkbar macht. Die Beschleunigung von 0 auf 50 km/h erfolgt zügig und reicht für flüssiges Einfädeln in den Stadtverkehr aus. Bei Autobahntempo stößt die VMX10S jedoch an ihre Grenzen.

Akku und Reichweite

Die VMX10S nutzt ein 72-Volt-System mit 3,5 kWh Kapazität. Velimotor gibt eine Reichweite von etwa 120 Kilometern nach WMTC-Norm an. In der Praxis: im reinen Stadtverkehr sind 100 bis 130 km realistisch, während durchgehend gefahrene Landstraßen die Reichweite auf etwa 80 bis 100 km reduzieren. Der Akku ist entnehmbar gestaltet, was komfortables Laden in der Wohnung oder im Büro ermöglicht. Über das mitgelieferte Standardladegerät beträgt die Ladezeit etwa vier bis fünf Stunden. Eine Schnellladefunktion ist derzeit nicht verfügbar.

Fahrwerk und Bremsen

Bemerkenswert ist die Upside-Down Teleskopgabel am Vorderrad, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Sie bietet ausreichende Federwegreserve für leichtes Gelände und Kopfsteinpflaster. Das 21-Zoll-Vorderrad unterstreicht den Adventure-Anspruch und sorgt für gute Stabilität auf unbefestigten Wegen. Die Scheibenbremsen vorne und hinten verzögern das leichte Motorrad adäquat. Das Gesamtgewicht von rund 95 kg macht die VMX10S zu einem der leichtesten E-Motorräder in ihrer Klasse.

Für wen geeignet?

Die Zielgruppe setzt sich aus mehreren Fahrerprofilen zusammen. Pendler profitieren von den geringen Betriebskosten, der kompakten Bauweise und dem entnehmbaren Akku. Ausflugsfahrer finden in der Adventure-Auslegung und der 21-Zoll-Bereifung einen sinnvollen Begleiter. Besonders interessant ist die VMX10S für junge Fahrer ab 16 Jahren mit A1-Führerschein, die ein elektrisches Motorrad suchen, das über das reine Stadtmobility-Konzept hinausgeht.

Vergleich mit Konkurrenten

Super Soco CPx: 7 kW Motor, 3,2 kWh Akku, 90 km/h Höchstgeschwindigkeit, ca. 140 km Reichweite. Preislich ähnlich, aber keine Adventure-Auslegung und verbleibt im City-Segment. Wer mehr Leistung und Geländeeignung sucht, greift zur VMX10S.

Yadea G5: 3 kW Motor, 80 km/h Höchstgeschwindigkeit, ca. 100 km Reichweite. Ein City-Roller, der nur bedingt mit der VMX10S konkurriert. Die VMX10S bietet deutlich mehr Leistung und echte Adventure-Eigenschaften.

Vespa Elettrica: 4 kW Motor, 70 km/h Höchstgeschwindigkeit, ca. 100 km Reichweite. Italienisches Design und städtische Eleganz, aber klar im 125er-Klasse-Bereich unterlegen. Die Vespa zielt auf einen anderen Kundenkreis ab.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • 10 kW Motorleistung und 110 km/h für die A1-Klasse überdurchschnittlich
  • Leichtes Fahrwerk mit knapp 95 kg Leergewicht
  • Upside-Down Gabel und 21-Zoll-Vorderrad für Geländeeignung
  • Entnehmbarer 72V-Akku für flexibles Laden
  • Geringe Wartungskosten durch wartungsfreien Nabenantrieb

Schwächen

  • Keine Schnellladefunktion, Ladezeit über vier Stunden
  • Fehlende Bremsassistenten (ABS oder CBS) in der Grundausstattung
  • Marke weniger etabliert als Super Soco oder Vespa
  • Händlernetz und Ersatzteilversorgung noch im Aufbau
  • Reichweite bei höheren Geschwindigkeiten spürbar reduziert

Preis und Verfügbarkeit

Die VELIMOTOR VMX10S ist zum Listenpreis von rund 6.500 Euro erhältlich. Damit positioniert sie sich im oberen Segment der 125er-E-Motorräder, bietet jedoch eine Ausstattung, die teilweise an größere Maschinen erinnert. Förderungen können den effektiven Kaufpreis reduzieren. Verfügbar ist die VMX10S primär über den Direktvertrieb des Herstellers sowie über ausgewählte Fachhändler im DACH-Raum.

Fazit

Die VELIMOTOR VMX10S füllt eine echte Lücke im Markt: ein elektrisches Adventure-Motorrad mit A1-Zulassung, das über reine Stadtmobility hinausgeht. Die 10 kW Motorleistung, das leichte Fahrwerk mit Upside-Down Gabel und die 21-Zoll-Bereifung machen sie zu einem interessanten Angebot für Pendler und Ausflugsfahrer. Kritikpunkte wie das Fehlen von ABS und die lange Ladedauer sollte man kennen. Wer bereit ist, eine weniger etablierte Marke zu wählen, erhält ein durchdachtes E-Motorrad mit echtem Adventure-Potenzial zu einem fairen Preis.

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Dominik Woh
Dominik Woh

Dominik ist Motorrad-Enthusiast, IT-Administrator und Technik-Experte. Seit über 10 Jahren fährt er Motorrad — von alpinen Passstraßen bis zu ausgedehnten Reiseabenteuern in Europa. Auf Alpen Motorrad teilt er seine Erfahrung aus erster Hand: Echte Tests, ehrliche Vergleiche und praktische Tipps. Sein technischer Hintergrund als Software Engineer hilft ihm dabei, Gadgets und Ausrüstung tiefgehend zu verstehen.

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