Honda CRF 1100 Africa Twin 2024: Die Weiterentwicklung einer Ikone

Honda CRF 1100 Africa Twin im Überblick

Die Honda CRF 1100 Africa Twin gehört seit Jahren zu den Referenzmodellen in der Klasse der Reise-Enduros. Mit der 2024er Modellgeneration setzt Honda auf bewährte Technik, behutsame Weiterentwicklung und einen Fokus auf Langstreckentauglichkeit. Wer eine zuverlässige Begleiterin für Asphalt und Schotter sucht, kommt an der Africa Twin kaum vorbei.

Technische Daten

ParameterWert
Motor1084cc Parallel-Twin, 4-Takt, DOHC
Leistung102 PS (75 kW) bei 7.500 U/min
Drehmoment105 Nm bei 6.000 U/min
Getriebe6-Gang manuell oder 6-Gang DCT
Höchstgeschwindigkeitca. 210 km/h
Gewicht vollgetankt226 kg (DCT: 232 kg)
Tankinhalt24,8 Liter
Bremsen vorne2 x 310 mm Scheiben, 4-Kolben
Bremsen hinten256 mm Scheibe, 1-Kolben
Bereifung90/90-21 / 150/70-18
Sitzhöhe870 mm / 850 mm (niedrigere Sitzbank)
Federweg v/h230 mm / 220 mm
ABS2-Kanal, abschaltbar (hinten)
FahrmodiTour, Urban, Gravel, Off-Road
Preis (DE)ab ca. 15.490 EUR

Was ist neu für 2024?

Die 2024er Africa Twin stellt keine vollständige Neuentwicklung dar, sondern ein behutsames Modelljahr-Update. Honda hat die Farbpalette aktualisiert und bietet die Africa Twin in den Varianten Grand Canyon Red und Matt Ballistic Black Metallic an. Darüber hinaus wurden Detailverbesserungen an der Elektronik vorgenommen, darunter ein feiner abgestimmtes Ride-by-Wire-System und optimierte Fahrmodi-Parameter. Die Hardware des Motors und Fahrwerks bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert — was kein Nachteil ist: Die Technik der CRF 1100 gilt als ausgereift und fehlerresistent.

Motor und Fahrwerk

Das Herzstück ist der 1084cc Parallel-Twin-Motor mit 270-Grad-Hubzapfenversatz. Diese Konfiguration sorgt für einen charakteristischen, griffigen Lauf, der entfernt an einen V2-Motor erinnert. Mit 102 PS und 105 Nm Drehmoment liefert der Motor ein breites, gut nutzbares Drehmomentband. Die Leistungsentfaltung ist linear und vorhersehbar, was sowohl im Gelände als auch auf der Langstrecke von Vorteil ist.

Honda setzt auf eine Showa USD-Gabel mit 230 mm Federweg vorne und eine Showa Pro-Link Hinterradfederung mit 220 mm Federweg hinten. Das Fahrwerk lässt sich in Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung einstellen. Die Grundabstimmung tendiert in Richtung Komfort, ohne in Kurven unpräzise zu werden.

DCT vs. manuell

Ein Alleinstellungsmerkmal der Africa Twin ist das optionale Duale Kupplungsgetriebe (DCT). Honda bietet dieses System seit mehreren Generationen an und hat es kontinuierlich verbessert. Das DCT schaltet automatisch oder manuell per Lenker-Schalter, ohne dass eine Kupplung betätigt werden muss. Im Gelände lässt sich die Automatik per G-Button vorübergehend blockieren, um den Gang auf steilen Anstiegen oder in Sand zu halten.

Im Stadtverkehr und auf kurvigen Bergstraßen entlastet das DCT den Fahrer erheblich. Auf der Langstrecke reduziert es die Ermüdung. Puristen bevorzugen das manuelle 6-Gang-Getriebe, das präzise schaltet und ein direkteres Gefühl für die Antriebskraft vermittelt. Das DCT adds rund 6 kg Gewicht und kostet einen Aufpreis von ca. 800 EUR.

Offroad-Fähigkeiten

Die Africa Twin wurde von Grund auf als Reise-Enduro konzipiert. Das 21-Zoll-Vorderrad in Kombination mit dem 18-Zoll-Hinterrad bietet eine breite Reifenwahl für Offroad-Bereifung. Der Federweg von 230 mm vorne und 220 mm hinten bewältigt Wurzelstrecken, Geröll und Sandpassagen souverän.

Das ABS ist im hinteren Radbereich abschaltbar. Die fünf Fahrmodi passen Motoransprechverhalten, Traktionskontrolle und ABS-Intervention an die jeweiligen Bedingungen an. Der Off-Road-Modus reduziert die Traktionskontrolleingriffe deutlich und ermöglicht kontrolliertes Driften auf losem Untergrund.

Für wen geeignet?

  • Weltreisende und Überlander, die Wert auf Zuverlässigkeit und ein großes Händlernetz legen
  • Fahrer mit einer Vorliebe für Komfort auf langen Etappen
  • Pendler, die eine robuste Allround-Maschine suchen
  • Fahrer, die das DCT als Alternative zum manuellen Getriebe in Erwägung ziehen

Vergleich mit der Konkurrenz

Yamaha Ténéré 700: Mit ihrem 689cc CP2-Motor (73 PS) die puristischste Alternative. Leichter (ca. 204 kg), agiler und günstiger (ab ca. 11.000 EUR). Dafür weniger Leistung, kein DCT, einfachere Elektronik und weniger Langstreckenkomfort.

KTM 890 Adventure: 105 PS aus 889cc, ca. 238 kg vollgetankt. Motorisch die stärkste im Vergleich mit hochwertigem WP-Fahrwerk. Nachteile: höherer Preis (ab ca. 14.500 EUR) und kürzeres Wartungsintervall.

BMW F 850 GS: 85 PS aus 853cc, ca. 230 kg. BMW punktet mit ausgereiftem Elektronikpaket (Dynamic ESA, Pro Riding Modes) und starkem Händlernetz. Die Africa Twin bietet mehr Hubraum, mehr Leistung und die DCT-Option.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Ausgereifter, zuverlässiger Motor mit linearem Drehmomentverlauf
  • DCT als Option einzigartig in dieser Klasse
  • Großer Tankinhalt (24,8 Liter) für enorme Reichweiten
  • Hohe Zuverlässigkeit und weltweites Händlernetz
  • Abschaltbares Hinterrad-ABS und vielseitige Fahrmodi
  • Komfortable Ergonomie für Langstrecke

Schwächen

  • Gewicht von 226 kg (bzw. 232 kg mit DCT) spürbar im schweren Gelände
  • Motorleistung von 102 PS unterhalb der KTM 890 Adventure
  • Showa-Fahrwerk ohne elektronische Einstellmöglichkeit
  • Kein Quickshifter im Serienumfang
  • Tacho- und Display-Auflösung im Vergleich zur Konkurrenz einfach gehalten

Preis und Verfügbarkeit

Die Honda CRF 1100 Africa Twin 2024 ist in Deutschland ab ca. 15.490 EUR (manuell) erhältlich. Die DCT-Version startet bei ca. 16.290 EUR. Honda bietet optional das Adventure Sports Paket mit größerer Windschutzscheibe, Schutzblechen und Aluminium-Kofferhalterung an. Die Verfügbarkeit ist gut. Gebrauchte Exemplare der Vorjahre sind reichlich vorhanden.

Fazit

Die Honda CRF 1100 Africa Twin 2024 ist eine der ausgereiftesten Reise-Enduros auf dem Markt. Sie besticht durch einen laufruhigen, kraftvollen Motor, ein robustes Fahrwerk und die einzigartige DCT-Option. Wer eine zuverlässige Reisebegleiterin sucht, die Langstrecke und Offroad gleichermaßen bewältigt und dabei auf ein weltweites Händlernetz zugreifen kann, findet in der Africa Twin eine der besten Antworten in dieser Klasse.

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Dominik Woh
Dominik Woh

Dominik ist Motorrad-Enthusiast, IT-Administrator und Technik-Experte. Seit über 10 Jahren fährt er Motorrad — von alpinen Passstraßen bis zu ausgedehnten Reiseabenteuern in Europa. Auf Alpen Motorrad teilt er seine Erfahrung aus erster Hand: Echte Tests, ehrliche Vergleiche und praktische Tipps. Sein technischer Hintergrund als Software Engineer hilft ihm dabei, Gadgets und Ausrüstung tiefgehend zu verstehen.

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