Garmin Zumo XT3 im Test 2026

Garmin hat im Februar 2026 die neueste Generation seiner Motorrad-Navigationsgeräte vorgestellt: das Garmin Zumo XT3. Nach dem erfolgreichen Zumo XT und dem XT2 ist das XT3 der nächste Schritt in der Evolution der Zumo-Serie — und bringt einige interessante Neuerungen mit, die wir im Detail analysieren. Ob sich ein Upgrade vom XT2 lohnt, für wen sich das Gerät eignet und wo Garmin Punkte abgezogen hat, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Garmin Zumo XT3 (6 Zoll)

ca. 550 €
*Preise werden nicht in Echtzeit aktualisiert | Die Bewertung wurde von Alpenmotorrad.de durchgeführt

Erster Eindruck und Design

Das Garmin Zumo XT3 folgt dem bewährten Design der Zumo-Serie. Es ist sofort als Zumo erkennbar — robust, funktional und auf den harten Motorrad-Alltag ausgelegt. Das Gerät ist nach MIL-STD-810 gegen Stöße, Vibrationen und extreme Temperaturen getestet und erfüllt die IPX7-Wasserdichtigkeitsklasse. Regen, Staub und Spritzwasser sind also kein Problem — das Navi hält aus, was der Motorradalltag so mit sich bringt.

Gegenüber dem Vorgänger XT2 gibt es optisch keine revolutionären Änderungen.

Garmin Zumo XT3 Produktbild

Garmin hat sich entschieden, das bewährte Design beizubehalten und stattdessen unter der Haube aufzurüsten. Das ist eine vernünftige Entscheidung: Das XT2-Design hat sich bewährt, und wer bereits ein Zumo fährt, fühlt sich sofort zuhause. Das 6″-Modell wiegt 340 Gramm — minimal weniger als das XT2 (342g). Die 4,7″-Variante ist entsprechend leichter und kompakter.

Was sofort auffällt: Garmin bietet das XT3 erstmals in zwei Display-Größen an. Neben der bekannten 6″-Variante gibt es nun auch ein 4,7″-Modell. Das ist eine willkommene Ergänzung für Fahrer von Sportmotorrädern oder kleineren Maschinen, bei denen ein 6″-Display zu dominant wirkt oder schlicht nicht passt.

Lieferumfang

Das Garmin Zumo XT3 wird in der bewährten, robusten Verpackung geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Garmin Zumo XT3 Navigationsgerät (4,7″ oder 6″ Display)
  • Motorradhalterung (U-Bolt-Mount für die 6″-Variante, Post-Mount für 4,7″)
  • RAM-Befestigungsmaterial (Kugelgelenkarme)
  • USB-C Ladekabel
  • Fahrzeugladekabel (mit Kabelbinder-Set)
  • Schnellstartanleitung

Gegenüber dem XT2 hat sich beim Lieferumfang nicht viel verändert. Neu ist die zusätzliche Halterungsvariante für die 4,7″-Version, die mit einem schlankeren Post-Mount statt des klobigen U-Bolt-Mounts kommt. Das ist praktisch für Fahrer von kleineren Motorrädern, bei denen Platz am Lenker knapp ist. Die Montage ist wie gewohnt unkompliziert — auch ohne vorherige Erfahrung mit Navi-Montagen ist das Gerät in unter 15 Minuten am Motorrad befestigt.

Display und Bedienung

Das XT3 ist in zwei Display-Größen erhältlich: 4,7 Zoll und 6 Zoll. Beide Varianten bieten ein kapazitives HD-Touchdisplay, das sich handschuhtauglich bedienen lässt und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar bleibt. Das war bereits beim XT2 ein starkes Feature und wurde hier beibehalten.

Die 6″-Variante ist mit einem Bildschirm mit hoher Auflösung ausgestattet und bietet großzügige Anzeigeflächen für Karten, Menüs und die neuen Lean-Angle-Anzeigen. Die 4,7″-Version ist kompakter und leichter, was sie für Sportler und Sporttourer attraktiv macht, die ein unauffälliges Navi am Lenker bevorzugen.

Die Bedienung erfolgt wie gewohnt über Touch und die optionalen Garmin Handlebar Controls. Der Bildschirm reagiert präzise, auch mit dicken Winterhandschuhen. Das Display ist aus chemisch verstärktem Glas gefertigt, das den MIL-STD-810 Stoßtest bestanden hat. Eine Displayschutzfolie wird nicht mitgeliefert — hier sollte man gegebenenfalls selbst nachrüsten, insbesondere wenn das Gerät regelmäßig bei Wind und Wetter im Einsatz ist.

In der Praxis gefällt die Menüführung. Garmin hat die Benutzeroberfläche gegenüber dem XT2 leicht überarbeitet, aber die grundsätzliche Logik bleibt gleich. Wer bereits ein Zumo nutzt, findet sich sofort zurecht. Die Kartendarstellung ist übersichtlich, die Symbole sind groß genug für schnelle Erkennung während der Fahrt, und die Bedienung per Wischgesten funktioniert zuverlässig.

Interessant ist die Haptik des Displays: Garmin verwendet weiterhin ein Glas-Display ohne zusätzliche Folie. Das sorgt für klare Optik und präzise Touch-Erkennung, bedeutet aber auch, dass Fingerabdrücke schneller sichtbar werden. Bei Regen oder nassen Handschuhen kann das Display gelegentlich streiken — ein bekanntes Problem bei kapazitiven Touchscreens, das aber nicht spezifisch für das XT3 ist. Ein kleiner Tipp: Ein Tuch zur schnellen Reinigung sollte immer am Motorrad mitgeführt werden.

Die Lautstärke des integrierten Lautsprechers ist für ein Motorrad-Navigationsgerät ausreichend, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Für laute Umgebungen (Autobahn, viel Verkehr) empfiehlt sich jedoch die Kopplung mit einem Bluetooth-Helm-Intercom. Das XT3 unterstützt die gängigen Bluetooth-Profile (A2DP, HFP) und funktioniert mit den meisten modernen Helm-Intercom-Systemen wie Cardo, Sena oder Schuberth. Die Sprachansagen sind klar und deutlich, auch wenn sie gelegentlich etwas verzögert kommen — hier hat Garmin im Vergleich zum XT2 aber leicht nachgebessert.

Live Lean-Angle-Anzeige (NEU)

Eine der aufregendsten Neuerungen des XT3 ist die Live Lean-Angle-Anzeige. Das Gerät zeigt während der Fahrt in Echtzeit den aktuellen Neigungswinkel des Motorrads an. Zusätzlich werden die aktuelle G-Kraft und die maximale Geschwindigkeit der Fahrt erfasst.

Diese Daten werden nicht nur live angezeigt, sondern können auch in der Tread-App ausgewertet werden. So erhält man nach einer Fahrt eine detaillierte Zusammenfassung mit Neigungswinkeln, Geschwindigkeitsprofilen und G-Kraft-Verläufen. Für fahrbegeisterte Motorradfahrer, die ihre Fahrtechnik analysieren und verbessern möchten, ist das ein echtes Highlight. Man kann nachvollziehen, in welchen Kurven man wie weit gelegt hat und wie sich die G-Kräfte auf verschiedenen Straßenbelägen verteilen.

Allerdings gibt es hier eine Einschränkung: Die Lean-Angle-Funktion nutzt den internen Beschleunigungssensor des Geräts. Die Genauigkeit kann je nach Montageposition und Motorradtyp variieren. Es ist kein Ersatz für ein professionelles Telemetriesystem mit externen Sensoren, aber für den ambitionierten Amateurfahrer, der sich einen Überblick über seine Fahrweise verschaffen möchte, absolut ausreichend. Wer die Funktion intensiv nutzen will, sollte darauf achten, das Gerät möglichst zentral und vibrationsarm zu montieren.

Performance Package (NEU — Abo-Modell)

Garmin führt mit dem XT3 erstmals ein Performance Package ein, das als kostenpflichtiges Abonnement angeboten wird. Für 9,99 US-Dollar pro Monat oder 99,99 US-Dollar pro Jahr erhält man folgende Zusatzfunktionen:

  • Lap-Timer: Rundenzeiten auf einer definierten Strecke erfassen und vergleichen
  • Drag-Racing-Modi: 0-60 mph, 1/8 Meile und 1/4 Meile Zeitmessungen
  • Leaderboards: Online-Ranglisten zum Vergleich mit anderen Fahrern

Hier muss man ehrlich sein: Die Einführung eines Abo-Modells für Funktionen, die in der Grundversion nicht enthalten sind, ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet das Package interessante Zusatzfunktionen für Trackday-Fahrer, die ihre Rundenzeiten systematisch erfassen und mit anderen vergleichen wollen. Auf der anderen Seite fragt man sich, warum diese Funktionen nicht Teil der Grundausstattung sind — schließlich kostet das Gerät ohnehin rund 550 Euro.

Das Abo-Modell folgt einem Trend, den wir zunehmend bei Hardware-Herstellern sehen: Das Gerät selbst wird zum Einstiegspreis verkauft, und die wirklich spannenden Features kosten monatlich extra. Bei einem Motorrad-Navi, das ohnehin nicht günstig ist, fühlt sich das für viele Fahrer wie ein zusätzlicher Rippenbruch an. Zumal die Konkurrenz von TomTom (soweit noch relevant) und anderen Herstellern diese Funktionen teilweise kostenlos anbietet.

Für den Durchschnittstourer ist das Performance Package vermutlich nicht relevant. Wer aber regelmäßig auf die Rennstrecke fährt oder seine Beschleunigungswerte messen möchte, könnte hier einen Mehrwert sehen. Die Frage ist nur, ob es den Aufpreis von knapp 100 Euro im Jahr rechtfertigt.

Karten und Kartenebenen

Wie schon beim XT2 sind topografische Karten vorinstalliert, und über WLAN lassen sich BirdsEye Satellitenbilder herunterladen. Das Adventurous Routing bleibt erhalten — die Routenführung bevorzugt kurvenreiche, hügelige und landschaftlich reizvolle Straßen. Der MICHELIN Green Guide ist ebenfalls weiterhin integriert und liefert nützliche Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten entlang der Route.

Hier gibt es jedoch einen erheblichen Rückschritt gegenüber dem XT2: Garmin hat die Unterstützung für Karten-Designs (.kmtf) komplett entfernt. Beim XT2 und XT konnten Nutzer eigene Kartenfarben und -designs laden, um die Karte an persönliche Vorlieben anzupassen. Das XT3 bietet diese Möglichkeit nicht mehr.

Für farbenfehlsichtige Nutzer ist das ein massives Problem. Im Garmin-Forum (deutschsprachiger Bereich) berichten mehrere Nutzer, dass sie das Gerät deshalb zurückgeschickt haben. Eine Anpassung der Kartenfarben war für sie essenziell, um die Karte während der Fahrt überhaupt lesen zu können. Dass Garmin diese Funktion ohne Alternative entfernt hat, ist ein ernstzunehmender Kritikpunkt, der potenziell einen Teil der Zielgruppe ausschließt. Ein hoher Kontrast-Modus oder zumindest eine Dark-Mode-Option als Ersatz wäre hier das Minimum gewesen.

Zusätzlich bietet Garmin das Outdoor Maps+ Abo an, das Adventure Roads and Trails sowie erweitertes Offroad-Routing ermöglicht. Auch hier handelt es sich um ein kostenpflichtiges Abonnement — weitere laufende Kosten also. Wer das XT3 nicht nur für Straßenfahrten, sondern auch für Offroad-Abenteuer nutzen möchte, kommt um dieses Abo kaum herum.

Free Ride Navigation (NEU)

Die Free Ride Navigation ist eine der innovativsten Neuerungen des XT3 und richtet sich an Fahrer, die keine festgelegte Route fahren möchten. Statt der üblichen Turn-by-Turn-Navigation zeigt das Gerät einen Kompass-Pfeil an, der in eine vorgegebene Richtung weist. Der Fahrer kann frei entscheiden, welche Straßen er nimmt — das Navi führt ihn lediglich in die gewünschte grobe Richtung.

Diese Funktion ist besonders attraktiv für Ausfahrten, bei denen man einfach losfahren möchte, ohne eine konkrete Route planen zu müssen. Man gibt ein Ziel ein, und das Navi zeigt die grobe Richtung an. So entdeckt man vielleicht Straßen, die man bei einer festen Routenplanung nie gefahren wäre. Für Motorradfahrer, die den Spaß am Entdecken schätzen und sich nicht von einem Navi vorschreiben lassen wollen, welcher Weg der „beste“ ist, ist das eine großartige Funktion.

In der Praxis funktioniert das Free Ride-Feature erstaunlich gut. Der Kompass-Pfeil ist auch bei hoher Geschwindigkeit gut ablesbar, und das Gerät zeigt die Entfernung zum Ziel an. Wer sich verfahren hat oder einfach abbiegen möchte, ohne das Navi umplanen zu müssen, wird diese Funktion lieben.

Garmin Zumo XT3 Display und Funktionen

Great Rides und Popular Moto Paths (NEU)

Garmin hat eine Community-Funktion integriert: Great Rides und Popular Moto Paths. Hier finden Nutzer kuratierte Motorradrouten, die von anderen Zumo-Fahrern geteilt wurden. Beliebte Motorradstraßen und -pfade werden empfohlen und können direkt übernommen werden.

Diese Funktion ist ein netter Zusatz, besonders wenn man in einer fremden Region unterwegs ist und Inspiration für gute Motorradstraßen sucht. Ähnlich wie bei Kurvenking oder anderen Routen-Communitys kann man von den Erfahrungen anderer profitieren und Routen entdecken, die man allein nie gefunden hätte.

Wie gut die Community-Beteiligung in Deutschland und Europa ausfallen wird, bleibt abzuwarten — in den USA ist die Zumo-Community deutlich größer, und entsprechend mehr Routen stehen dort zur Verfügung. Garmin wird hier auf die Nutzer setzen müssen, die das Feature aktiv mit Inhalten füllen. Wenn sich eine kritische Masse an europäischen Fahrern etabliert, könnte das ein echtes Killer-Feature werden. Bis dahin ist es eine vielversprechende Idee, die noch an Content mangelt.

Routenplanung

Die Routenplanung funktioniert wie beim XT2 sowohl am Gerät als auch in der Tread-App. Das Adventurous Routing bleibt eines der stärksten Features der Zumo-Serie: Kurvenreiche Straßen werden bevorzugt, und man kann den Grad der Kurvigkeit, Hügeligkeit und Landschaftlichkeit einstellen. Wer kurvige Bergstraßen mag, kann die Route entsprechend konfigurieren — wer es lieber flach mag, stellt den Parameter entsprechend ein.

Neu ist die bessere Integration der Great Rides in die Routenplanung — Community-Routen können als Basis für eigene Planungen dienen. Ansonsten bleibt die Routenplanung vertraut und funktional. GPX-Dateien lassen sich wie gewohnt importieren und auf das Gerät übertragen. Das ist wichtig, da viele Motorradfahrer ihre Routen in Tools wie Google Maps, Kurvenkalender oder Basecamp planen und als GPX exportieren.

Ein praktisches Detail: Die Routenplanung am Gerät selbst hat sich spürbar beschleunigt. Komplexe Routen mit vielen Wegpunkten werden schneller berechnet als beim XT2. Das ist besonders auf längeren Touren mit zahlreichen Zwischenstops ein Pluspunkt.

Group Ride und Tread App

Die Tread App wurde weiter verbessert und bietet nun eine detailliertere Ride-Zusammenfassung, die auch die Lean-Angle-Daten des XT3 enthält. Nach einer Fahrt sieht man nicht nur die üblichen Daten wie Strecke, Dauer und Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern auch Neigungswinkel, maximale G-Kräfte und Geschwindigkeitsprofile.

Die App-Integration ist insgesamt runder geworden. Das Pairing mit dem Smartphone funktioniert zuverlässig, und Benachrichtigungen (Anrufe, Nachrichten) werden auf dem Navi-Display angezeigt. Das ist praktisch, wenn man das Handy in der Tasche hat und trotzdem informiert bleiben will — ohne während der Fahrt aufs Handy zu schauen.

Die Group Ride-Funktion bleibt erhalten: Über die Tread App können mehrere Fahrer verbunden werden, und Positionen werden in Echtzeit geteilt. Praktisch für Gruppenausfahrten, bei denen man nicht immer zusammenbleiben kann. Jeder Teilnehmer sieht auf seinem Navi, wo die anderen Fahrer gerade sind — ideal, wenn man sich an einer Kreuzung trennt und sich später wieder treffen möchte.

Track-Aufzeichnung „Wo war ich?“

Die bewährte Track-Aufzeichnung ist weiterhin an Bord. Wer sich fragt „Wo war ich nochmal auf diesem Bergpass?“, kann die gespeicherten Tracks abrufen und die genaue Route nachvollziehen. Die Funktion speichert automatisch den zurückgelegten Weg und macht ihn in der Garmin Explore-Bibliothek verfügbar.

In Kombination mit der Lean-Angle-Funktion werden jetzt auch die Neigungswinkel pro Track-Segment gespeichert. So kann man nach einer Fahrt nicht nur sehen, wo man war, sondern auch, wie man gefahren ist. Das ist eine sinnvolle Erweiterung, die der Track-Aufzeichnung einen neuen Mehrwert verleiht.

Konnektivität und Zubehör

Garmin Zumo XT3 Rückseite mit Anschlüssen

Das XT3 bietet WLAN und Bluetooth für die Datenübertragung und die Verbindung zum Smartphone. Kompatibel ist das Gerät mit dem gesamten Garmin-Zubehör-Ökosystem:

  • zumo R1 Radar: Warnung vor herannahenden Fahrzeugen
  • Handlebar Controller: Bedienung ohne Hände vom Lenker
  • Garmin inReach: Satellitenkommunikation für Notfälle (wichtig für Fernreisen)

Die USB-C-Anschluss bleibt — Micro-USB gehört endlich der Vergangenheit an. Der Akku wurde gegenüber dem XT2 verbessert, Garmin spricht von einer längeren Laufzeit, konkrete Zahlen sind aber noch nicht veröffentlicht. In der Praxis sollte man mit einer Laufzeit von etwa 6 bis 7 Stunden bei normaler Nutzung rechnen. Für Tagestouren ist das ausreichend, für Mehrtagesreisen sollte man das Fahrzeugladekabel nutzen.

Eine nützliche Neuerung ist die schnellere WLAN-Geschwindigkeit beim Download von Kartenupdates und Satellitenbildern. Wer sich noch an die endlosen Wartezeiten beim XT erinnert, wird die Verbesserung zu schätzen wissen. Kartenupdates lassen sich jetzt komfortabel über das heimische WLAN herunterladen, bevor man auf Tour geht. Das erspart den Download über das Smartphone und spart mobilen Datenvolumen.

Zum Thema Sicherheit: Das XT3 bietet eine PIN-Sperre und die Möglichkeit, das Gerät bei Diebstahl über die Tread-App zu orten. Wer sein Navi am Motorrad montiert lässt, sollte diese Funktionen unbedingt aktivieren. Leider bietet Garmin keine zusätzliche Diebstahlsicherung wie einen speziellen Schlüssel für die Halterung an — hier bleibt der Nutzer auf Aftermarket-Lösungen angewiesen.

Vergleich: Garmin Zumo XT3 vs XT2 vs XT

Feature Zumo XT3 Zumo XT2 Zumo XT
Display 4,7″ oder 6″ 6″ 5,5″
Lean Angle Live Ja Nein Nein
Performance Package Ja (Abo) Nein Nein
Free Ride Navigation Ja Nein Nein
Great Rides Ja Nein Nein
Karten-Design wählbar Nein (entfernt!) Ja Ja
USB-C Ja Ja Nein (Mini)
MIL-STD-810 Ja Ja Ja
IPX7 wasserdicht Ja Ja Ja
Adventurous Routing Ja Ja Ja
Group Ride Ja Ja Ja
Tread App Ja Ja Nein (Drive App)
Akku Verbessert ca. 6h ca. 6h
Gewicht 340g (6″) 342g 290g
Verkaufsstart Feb 2026 März 2023 Okt 2020

Die Vergleichstabelle zeigt deutlich: Das XT3 bringt neue Funktionen (Lean Angle, Free Ride, Great Rides), verliert aber gleichzeitig eine bewährte Funktion (Karten-Designs). Wer die Karten-Design-Option beim XT2 intensiv genutzt hat, sollte das XT3 mit Vorsicht betrachten.

Für Nutzer, die zwischen XT2 und XT3 schwanken, lautet unsere Empfehlung: Wenn dir Karten-Designs wichtig sind oder du kein Interesse an Lean-Angle und Free Ride hast, bleib beim XT2. Wenn du diese neuen Features nutzen möchtest und dir die Kartenfarben egal sind, ist das XT3 die bessere Wahl — besonders in Kombination mit der 4,7″-Variante, die es beim XT2 nicht gab.

Wer noch ein älteres Zumo XT (erste Generation) nutzt und über ein Upgrade nachdenkt: Der Sprung zum XT3 lohnt sich. Das Display ist besser, die Tread-App ist deutlich ausgereifter als die alte Drive-App, und die neuen Features wie Lean Angle und Free Ride bieten echten Mehrwert. Der Wechsel von Micro-USB auf USB-C allein ist es vielen Fahrern wert.

Vor- und Nachteile

Positive
  • Live Lean-Angle-Anzeige mit G-Kraft und Geschwindigkeitsmessung
  • Zwei Display-Größen (4,7″ und 6″) für verschiedene Motorradtypen
  • Free Ride Navigation für spontane Ausfahrten ohne feste Route
  • Great Rides Community für kuratierte Motorradrouten
  • Verbesserte Tread-App mit Lean-Angle-Auswertung
  • Robuste Bauweise: MIL-STD-810 und IPX7
  • Adventurous Routing bleibt eines der besten Routing-Features
  • USB-C Anschluss, verbessertes Zubehör-Ökosystem
  • Kompatibel mit inReach für Satellitenkommunikation
  • Schnellere Routenberechnung und WLAN-Geschwindigkeit
Negatives
  • Karten-Designs (.kmtf) wurden entfernt — kein Farbschema mehr wählbar
  • Performance Package kostet zusätzliche Abo-Gebühren (ab 9,99 €/Monat)
  • Outdoor Maps+ ebenfalls Abo-basiert
  • Gerät ist sehr neu (Feb 2026) — keine Langzeiterfahrungen vorhanden
  • Lean-Angle-Sensor-Genaugkeit von der Montageposition abhängig
  • Community-Funktionen in Europa noch wenig ausgereift
  • Kein signifikanter Sprung gegenüber dem XT2 bei Kernfunktionen
  • Keine Displayschutzfolie im Lieferumfang

Fazit

Das Garmin Zumo XT3 ist ein solides Update der bewährten Zumo-Serie, bringt aber keine Revolution. Die Live Lean-Angle-Anzeige ist die spannendste Neuerung und könnte besonders fahrbegeisterte Motorradfahrer ansprechen, die ihre Fahrweise analysieren wollen. Die Free Ride Navigation ist eine innovative Funktion, die den Spontaneitäts-Faktor bei Motorradausfahrten deutlich erhöht. Und die Community-Funktionen (Great Rides) sind ein vielversprechender Ansatz, der aber in Europa noch an Inhalten wachsen muss.

Allerdings gibt es auch ernsthafte Kritikpunkte: Die Entfernung der Karten-Design-Unterstützung ist für farbenfehlsichtige Nutzer ein Dealbreaker. Im Garmin-Forum haben bereits mehrere Nutzer das Gerät deshalb zurückgeschickt — und das zu Recht. Die Einführung von Abo-Modellen für das Performance Package und Outdoor Maps+ verschlechtert die Preis-Leistungs-Relation. Bei einem Gerät im 550-Euro-Preissegment fühlen sich zusätzliche monatliche Kosten für Features, die bei der Konkurrenz teilweise kostenlos sind, wie ein Rippenbruch an.

Für Neukäufer ist das XT3 eine gute Wahl, sofern die fehlenden Karten-Designs kein Problem darstellen. Die Kombination aus bewährter Zumo-Grundfunktion und neuen Features wie Lean Angle und Free Ride macht es zu einem attraktiven Motorrad-Navi. Für XT2-Besitzer lohnt sich das Upgrade nur, wenn man die Lean-Angle-Funktion und die Community-Features wirklich nutzen wird. Für alle anderen bleibt das XT2 ein hervorragendes Gerät, das noch lange seinen Dienst tun kann.

Preis-Leistungs-Einschätzung: Bei einem geschätzten Preis von ca. 550 Euro für die 6″-Variante und vermutlich knapp unter 500 Euro für die 4,7″-Version ist das XT3 im üblichen Rahmen für Motorrad-Navigationsgeräte. Die zusätzlichen Abo-Kosten sollte man aber bei der Kaufentscheidung berücksichtigen. Wer das Gerät hauptsächlich für Straßenfahrten nutzt und auf die Abo-Features verzichten kann, bekommt ein solides Navi zum fairen Preis. Wer zusätzlich Performance Package und Outdoor Maps+ abonniert, muss mit Gesamtkosten von rund 650 bis 700 Euro im ersten Jahr rechnen — das ist dann schon eine Hausnummer.

Alternativen im Vergleich: Wer kein Garmin-Fan ist, könnte einen Blick auf den TomTom Rider 550 werfen — allerdings ist die Zukunft der TomTom-Motorrad-Navi-Reihe ungewiss. Die Chancen stehen gut, dass Garmin auf absehbare Zeit der dominierende Anbieter für Motorrad-Navigation bleibt. Einen ausführlichen Vergleich aller verfügbaren Geräte findet ihr in unserem Motorrad-Navi-Test.

Wo kaufen? Das Garmin Zumo XT3 ist bei FC-Moto oder Amazon verfügbar.

85Expert Score
Fazit: Garmin Zumo XT3

Gutes Motorrad-Navi mit interessanten Neuerungen, aber keine Revolution. Lean-Angle und Free Ride sind spannend, die entfernten Karten-Designs und Abo-Modelle sind enttäuschend.

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Dominik Woh
Dominik Woh

Dominik ist Motorrad-Enthusiast, IT-Administrator und Technik-Experte. Seit über 10 Jahren fährt er Motorrad — von alpinen Passstraßen bis zu ausgedehnten Reiseabenteuern in Europa. Auf Alpen Motorrad teilt er seine Erfahrung aus erster Hand: Echte Tests, ehrliche Vergleiche und praktische Tipps. Sein technischer Hintergrund als Software Engineer hilft ihm dabei, Gadgets und Ausrüstung tiefgehend zu verstehen.

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